Rassestandard

Mit dem Rassestandard ist das so eine Sache.

Ich werde ihn nicht zitieren, da er sowohl auf vielen  Internetseiten, in allen Rassebüchern und natürlich auf der HP des DRC e.V. nachzulesen ist.

Bemerkenswert finde ich allerdings, dass sich der Rassestandard  nie geändert hat. Und doch haben sich aus meiner persönlichen Sicht 3 Gruppen entwickelt.

Das eine ist der so genannte Field Trial der in den allermeisten Fällen auch noch heute rein optisch dem Rassestandard entspricht aus den Jahren in denen die Rasse des Golden entstanden ist. Bilder aus Büchern die die Geschichte um Lord Tweedmouth beschreiben, belegen das hinlänglich und die Champions bis zu den 50iger Jahren des 20. Jahrhunderts haben dieses Aussehen auch beibehalten. In dieser Zeit gab es Golden die FT und Show Champion waren, also der so oft genannte Dual Purpose Golden Retriever.

In den folgenden Jahren nahm eine Entwicklung ihren Lauf, die den inzwischen etablierten Showgolden hervorbrachte. Stämmig, kurzbeiniger, mit teilweise reinweißem Fell.

Die Teilung in Show- und Arbeitslinien war vollzogen.

Cream und Choice of the Modern Inn

Wurfgeschwister: Choice und Cream of the Modern Inn
(Stonhunter Antioco x Yazou of the Modern Inn)

Freundlicherweise wurde mir die erlaubt diese alten Cirgarette Cards zu verwenden - sie sprechen ihre ganz eigene Sprache

Golden Retriever, c. 1920

Format: Postcard
Origin: UK

Golden Retriever cigarette card, published 1939

Mein Dank an dieser Stelle an Vintage Dog a Day

https://www.facebook.com/VintageDogADay

Es gibt eine Vielzahl von so genannten Showgolden, die eine fantastische Leistung zeigen im Bereich der jagdlichen Arbeit wie auch auf Wokingtests oder im Einsatz als Rettungshund. Und damit immer noch die Anlagen zeigen, die ihre Vorfahren auszeichnete.

Leider zeigt sich aber auch ein Trend, den ich persönlich als bedenklich empfinde, denn in zunehmendem Maße trifft man auf zwar traumhaft schöne aber leider im wahrsten Sinne des Wortes, strohdumme Golden die nicht mehr gewillt sind mit oder für ihren Menschen etwas zu tun, geschweige denn zu apportieren. Und ich spreche nicht von den Hunden denen das Apportieren von Ihren Besitzern einfach abgewöhnt wurde. Und dann der neue Trend - Golden mit megadicken Köpfen, soviel Babyschema erträgt kein vernünftiger Mensch, dafür auffallend kurze dicke Beine um nicht zu sagen Stampfer in schneeweiß mit unglaubliche Fell  - schwer vorstellbar, dass so eine Hund einen Jagdtag leisten kann.

Diese Hunde haben sicher ebenfalls ihre Daseinsberechtigung, aber man kann nur noch sagen Quo Vadis Golden  und hoffen, dass viele  Züchter die eigentliche Bestimmung des Golden Retrievers nicht aus den Augen verlieren, nämlich ein Jagdhund zu sein.


********************************
"Es ist keine Schande hinzufallen, nicht mehr aufzustehen schon"
Verfasser unbekannt